Ulrich Drechsler

Westfälischer Anzeiger/D, Dec 2010

Der erste Titel "Eternal" klingt von fern nach Louis Sclavis, ein tänzerischer Rhythmus. Dichtes Schlagzeug, duftig-transparente Harmonien. So kann man Ulrich Drechslers Cello Quartet verorten: Zwischen imaginärer Folklore, Kammermusik und zwingendem Jazzgroove. Die Besetzung allerdings fällt aus dem Rahmen: neben Schlagzeuger Jörg Mikula und Drechsler an der Bassklarinette, wirken zwei Cellisten mit, die mal Harmonien spielen; dann auch den Basspart übernehmen und zwischendurch Soli beisteuern, die ebenso melancholisch-melodisch sein können wie ekstatisch wild. Weil alle Melodie-Instrumente in Tonumfang und -höhe so nahe beieinander liegen, bietet sich die Chance zu einem sehr emanzipierten Zusammenspiel. Das Wiener Projekt nutzt die Chance. Obwohl diese Zusammenstellung absolut atypisch ist, klingt die Gruppe so homogen, als wäre dies eine Standard-Besetzung für Jazz. (Ralf Stiftel)