Ulrich Drechsler

Concerto (CD Rezension)/A, Oct 2010

Ulrich Drechsler fährt mit "DRECHSLER" gehörig ins Tanzbein. Mit seinem Trio rührt er kräftig in der romantischen, fast meditativen Jazz-Herbst Seele um. Was macht der Saxofonist und Bassklarinettist nun mit seinem Cello Quartet? Kaum zu glauben, Drechsler verbindet nun den Sound der beiden Formationen und erweitert sie um eine kammermusikalische Note. Wer also geglaubt hat, dass bei "Concinnity" elegische Klänge an vorderster Front stehen, liegt völlig falsch. Ulrich Drechsler, Bassklarinette, Rina Kaçinari und Christof Unterberger, Cello, sowie Jörg Mikula, Schlagzeug, erzeugen eine fast rockige Funkyness, die sofort gefangen hält. Natürlich ist auch Platz für wunderbare Balladen, wie man sie vorwiegend erwartet hätte, aber dieses Album hat eben wesentlich mehr zu bieten. Wer sich das nicht ganz vorstellen kann, dem kann man eventuell mit ein paar Namen weiterhelfen. Apocalyptica meets Louis Sclavis, und gemeinsam entscheidet man, Musik ohne Scheuklappen zu machen, wie sie vorher nie zu hören war. Ulrich Drechsler führt uns anscheinend gerne auf falsche Fährten, aber auf diese Art und Weise lässt man sich nur zu gerne überraschen. (*****)(Christian Bakonyi)